Runder Tisch

Senioren als Mieter

Wohnform der Mehrheit wenig bearbeitet

Die Age Matrix zeigt mögliche Wohnformen für Senioren von privat bis institutionell sowie gar nicht bis stark betreut auf. Die Mehrheit der geförderten Projekte beschäftigen sich mit den organisierten und institutionellen Wohnformen, die mehr oder weniger versorgt und betreut sind. In der Realität wohnen schätzungsweise 80-90% der Senioren in normalen Mietwohnungen und wollen das auch weiterhin so behalten. Der Anteil wird künftig eher zunehmen, nicht nur wegen den geburtenstarken Jahrgängen, sondern auch wegen Umzügen aus Eigentum in Mietwohnungen.

In den Mietwohnungen müssen sich Senioren auf dem Wohnungsmarkt behaupten. Liegenschaftsverwaltungen sind wiederum im Mietverhältnis mit abnehmender Wohnkompetenz von höher bis hochaltriger Mieter konfrontiert.

Ziel des Runden Tisches

Ziel des Runden Tisches ist es, das Verständnis und Kooperationen unter Wohnungsanbietern, Verbänden, sozialen Institutionen und der öffentlichen Hand zu fördern. Mit einem besseren Verständnis der Zielgruppen und klareren Rollenverständnissen unter den Anbietern und der öffentlichen Hand kann Senioren der Umgang mit dem Wohnungsmarkt erleichtert und der Zugang zum Wohnungsangebot verbessert werden.

Vertreter Wohnungsmarkt

Der Runde Tisch soll mit einer Kerngruppe starten. Diese sind an der Identifikation von Problemen interessiert und diskutieren lösungsorientiert. SVIT Senior Zürich ist Mitglied dieser Plattform.

Ältere Mieterinnen und Mieter

Die Zielgruppen, für die am Runden Tisch nach Lösungen gesucht wird, sind ältere Mieterinnen und Mieter. Es sind entweder bestehende Mieter der Wohnungsanbieter, oder neue Mieter auf Wohnungssuche.

Der Ü65-Markt kann in drei Zielgruppen segmentiert werden:

  • «Parate», die wissen, wie der Wohnungsmarkt funktioniert und was er hergibt, wie man bei einer (realistischen) Wohnungssuche vorgeht und worauf es bei Bewerbungen ankommt.
  • «Offene», die sich einen Wohnungswechsel vorstellen können, aber zuerst an Marktrealitäten und Prozesse herangeführt werden müssen.
  • «Unbeteiligte», für die ein Wohnungswechsel (noch) kein Thema ist und denen die Vorteile eines Wohnungswechsels erst schmackhaft gemacht werden müssen.

In allen Zielgruppen gibt es einen (überschaubaren) Anteil an «Überforderten»:

  • Parate, die über (zu) knappe finanzielle Mittel verfügen, problematische Dossiers haben, zu zögerlich auf Angebote reagieren oder an den Umzugsvorbereitungen scheitern.
  • Offene, die an der Realität des Wohnungsmarkts bzw. an ihren Annahmen (bspw. zu Bewerbungsprozessen) und Erwartungen (an Preise, Lagen oder Objekte) scheitern.
  • Unbeteiligte, die sich weigern, einen Wohnungswechsel in Betracht zu ziehen, obwohl ihre Wohnsituation nicht mehr passt (kein Lift, nicht barrierefrei usw.) oder eine Kündigung ansteht.

Liegenschaftsverwaltungen, Eigentümer, Soziale Institutionen, Öffentliche Hand

Zielgruppe der Kommunikation von Ergebnissen aus den Runden Tischen sind betroffene Akteure: Liegenschaftsverwaltungen, Eigentümer, Soziale Institutionen und die öffentliche Hand. Sie erhalten punktuelle Hilfestellungen und Ideen für den Umgang mit den Zielgruppen.

Was muss das Ergebnis eines Runden Tisches leisten?

Ziel ist es, dass im Anschluss an einen Runden Tisch Gutachten/Abklärungen zu drei Fragestellungen, die aufgeworfen wurden, in Auftrag gegeben werden können. Die Gutachten/Abklärungen können durch Drittpersonen oder auch durch Teilnehmer des Runden Tisches erfolgen.

Für die Fragestellungen wird jeweils festgehalten, um welche Zielgruppen es geht

  • Offene/Parate/Unbeteiligte und darunter Überforderte als Mieter
  • Offene/Parate/ Unbeteiligte und darunter Überforderte auf Wohnungssuche

Die Gutachten/Abklärungen zur Fragestellung müssen folgendes leisten:

  • Wer ist betroffen (Anbieterseite)?
  • Was muss gelöst werden (Problemstellung)?
  • Was sind Lösungsansätze (Handlungsmöglichkeiten)?
  • Wer muss/kann handeln (Rollen)?

Dr. Joëlle Zimmerli, August 2019